
Nussmus selber machen lohnt sich! Wer sich Low Carb ernährt und gerne zuckerfrei backen möchte, für den ist Nussmus eine unverzichtbare Zutat, die unbedingt in den Küchenschrank gehört. Viele, gesunde Fette und vielfältige Verwendungsmöglichkeiten zeichnen das Mus aus, das es im Handel in den verschiedensten Nusssorten zu kaufen gibt. Nussmus kannst du aber auch wirklich schnell, einfach, günstig und vor allem auch besser selber machen. In diesem Rezept erfährst du, wie es geht.
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Der Blick auf die Preisschilder im Bioregal war bei mir irgendwann der Auslöser: Ein kleines Glas Nussmus kostet gern mal ein kleines Vermögen, dabei steckt darin nichts anderes als Nüsse. Seitdem mache ich mein Nussmus selber. Ehrlich gesagt schmeckt es mir selbstgemacht auch deutlich besser, weil es viel frischer und aromatischer ist als die Gläser, die monatelang im Regal standen. Alles, was du dafür brauchst, sind Nüsse und ein bisschen Geduld.
Was Nussmus eigentlich ist
Nussmus klingt nach einem aufwendigen Produkt, ist aber im Grunde nur eins: Nüsse, die so lange gemahlen wurden, bis sie ihr eigenes Öl abgeben. Kein Zucker, kein Öl von außen, keine weiteren Zutaten. Genau das ist auch der Grund, warum du beim Selbermachen so wenig falsch machen kannst.
Spannend finde ich auch, wie unterschiedlich sich die Nusssorten dabei verhalten. Erdnüsse geben ihr Öl fast sofort her, weshalb Erdnussmus für mich das einfachste Einstiegs-Mus überhaupt ist. Bei Mandelmus oder Haselnussmus brauchst du dagegen spürbar mehr Sitzfleisch.


Nussmus selbst herstellen
Über die Jahre habe ich inzwischen so ziemlich jede Nusssorte durch meinen Mixer geschickt und eines kann ich dir sagen: Der Aufwand unterscheidet sich je nach Nuss ganz erheblich.
Bei Erdnüssen geht es rasend schnell. Sie geben ihr Öl von allein so bereitwillig ab, dass du sie einfach roh in den Mixer geben kannst und nach wenigen Minuten schon ein cremiges Mus vor dir hast.
Mandeln, Haselnüsse und Walnüsse sind da deutlich störrischer. Wenn du sie roh verarbeitest, kann es gut eine Viertelstunde und länger dauern, bis endlich Öl austritt. Dabei laufen viele Mixer heiß. Meine Empfehlung für diese Sorten ist daher: Röste sie vorher kurz im Ofen und lass sie danach vollständig abkühlen. Durch das Rösten lösen sich die Öle deutlich leichter und du sparst dir mit dem Mixen eine Menge Zeit und Nerven. Am Ergebnis ändert der Zwischenschritt nichts, geschmacklich wird es sogar noch ein bisschen aromatischer.
Wichtig ist außerdem, wirklich Geduld mitzubringen. Es gibt diesen Moment, in dem die Nüsse nur noch als krümeliges Mehl in der Ecke kleben und man denkt, das wird nichts mehr. Genau dann solltest du weitermachen: Schieb die Masse mit einem Teigschaber wieder nach unten und mix weiter, denn kurz danach kippt sie meistens plötzlich in eine cremige Paste um.
Der Mixer
An dieser Stelle muss ich ehrlich sein: Ohne einen Hochleistungsmixer* wirst du hier nicht glücklich. Ich habe es anfangs auch mit kleineren Geräten versucht, aber die schaffen es schlicht nicht, genug Druck aufzubauen, damit das Öl überhaupt austreten kann. Am Ende bleibt krümeliges Nussmehl übrig und der Motor riecht verdächtig warm.
Gönn deinem Gerät zwischendurch ruhig eine kurze Pause, wenn es sehr heiß wird. Das verlängert zwar die Gesamtzeit ein wenig, schont aber deinen Mixer.


Rezepte mit Nussmus
Was ich an Nussmus so mag: Es ersetzt mir in vielen Rezepten die Butter, ohne dass mein Gebäck dadurch trocken wird. Im Gegenteil, es macht vieles sogar saftiger.
Am häufigsten landet es bei mir in diesen Müsliriegeln ohne Zucker, im Schokoaufstrich ohne Zucker und im Granola ohne Zucker. Die drei mache ich wirklich regelmäßig. Wenn du nach mehr Ideen suchst, findest du hier meine gesammelten Rezepte mit Mandelmus, Haselnussmus Rezepte und Rezepte mit Erdnussmus.
Fragen zum Nussmus
Müssen die Nüsse vorher gehäutet werden? Nein, das ist nicht nötig. Du kannst die Schale ohne Weiteres mitverarbeiten. Das Mus wird dann nur etwas dunkler und kräftiger im Geschmack.
Bei mir bleibt die Masse krümelig und wird einfach nicht cremig. Woran liegt das? Das ist die häufigste Rückmeldung, die mich zu diesem Rezept erreicht. Meistens steckt Restfeuchtigkeit dahinter. Gerade wenn du die Nüsse vorher blanchiert hast, können sie innen noch feucht sein, obwohl sie sich außen längst trocken anfühlen. Feuchte Nüsse geben ihr Öl deutlich schlechter ab. Gib ihnen in dem Fall lieber noch etwas mehr Zeit im Ofen und lass sie danach wirklich vollständig auskühlen.
📖 Rezept
Nussmus selber machen ohne Zucker

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Mein Rezept-Video
Zutaten
- 400 g Nüsse, z.B. Mandeln, Haselnüsse, Erdnüsse, Walnüsse
Zubereitung
Back- Kochmodus starten- Heiz den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor, verteil die Nüsse auf einem Backblech und röste sie 8 bis 10 Minuten.
- Lass die Nüsse komplett abkühlen, bevor du sie weiterverarbeitest. Noch warme oder feuchte Nüsse geben ihr Öl schlechter ab. Gib die Nüsse in einen Hochleistungsmixer und mahl sie, bis sichtbar Öl austritt. Je nach Nusssorte dauert das etwa 5 bis 10 Minuten. Schieb die Masse zwischendurch mit einem Teigschaber vom Rand nach unten.
- Mix so lange weiter, bis dein Mus die Konsistenz hat, die du dir wünschst und füll es dann in ein verschließbares Glas.
- Du kannst den Röst-Schritt auch komplett weglassen. Plan dann aber rund 10 Minuten mehr Zeit im Mixer ein. Bei Erdnüssen funktioniert die rohe Variante am besten.



















Ellen Scherf meint
Hallo Katrin, müssen die Nüsse gehäutet sein? Würde mich über eine Nachricht sehr freuen.
LG Ellen
Staupitopia meint
Liebe Ellen,
nein, das müssen sie nicht. Du kannst die Schale auch gut mitverarbeiten 😉
Viele Grüße
Katrin
Sabine meint
Hallo Katrin,
ich hatte heute versucht weißen Mandelmus herzustellen.
Dafür hatte ich die Mandeln blanchiert, etwas trocknen lassen und dann für ca. 20 Min bei 160 Grad Umluft im Ofen.
Dann hatte ich die Mandeln in meinem Kenwood Mixer mit 1400 Watt getan und versucht, daraus Mandelmus zu machen.
Leider ist mir dies absolut nicht gelungen. Die Masse war nach ca. 1 Std. incl. Pausen immer noch bröselig. Ich hatte zwischendurch immer die Masse vom Rand gelöst.
Hast du eine Erklärung, was bei mir falsch gelaufen sein könnte?
Ich hatte sogar schon bei YouTube gesehen, dass welche Mandelmus mit einem Stabmixer gemacht hatten.
Wäre nett, wenn du mir antworten würdest.
Tschüss
Sabine
Staupitopia meint
Hallo Sabine,
waren deine Mandeln vielleicht noch zu feucht? Es könnte ja auch sein, dass sie von innen noch feucht sind, obwohl sie eigentlich außen schon trocken waren.
Liebe Grüße
Katrin