
Diese kalorienarmen Plätzchen mit Quark bestehen aus Eiweiß, Magerquark, gemahlenem Erythrit, Xanthan und einem Schuss Sprudelwasser - mehr nicht. Ein Stück bringt es auf 5 Kalorien. Was dabei aus dem Ofen kommt, ist außen knackig wie ein Baiser und innen noch weich. Der Quark macht den Unterschied. Eine Leserin schrieb mir, die Plätzchen erinnern sie an Cantuccini. Und genau so würde ich den Biss auch beschreiben.
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Baiser trifft Magerquark
Entstanden ist das Rezept aus meinen Baiser ohne Zucker. Ich wurde damals oft nach kalorienarmen Kuchen, kalorienarmen Snacks und eben auch nach kalorienarmen Keksen gefragt. Also habe ich den Baiser-Eischnee mit Magerquark kombiniert, um zu sehen, was passiert. Zugegeben, ich war mir nicht sicher, ob daraus etwas wird. Aber die Tupfen sind im Ofen schön aufgegangen und meine Familie hat die erste Ladung weggeputzt, bevor ich ein zweites Foto machen konnte.
Der Unterschied zum Baiser liegt im Kern. Baiser trocknet bei 100 Grad über eine Stunde komplett durch. Die Quarkplätzchen backen heißer und kürzer, bei 120 Grad Umluft für 40 bis 45 Minuten. Die Hülle wird dabei knackig, innen bleiben sie durch den Quark weicher. Diese Art Plätzchen zu backen liebe ich, deshalb ist daraus inzwischen auch eine ganze kleine Familie geworden: Meine kalorienarmen Spekulatius Kekse sind zum Beispiel die Version ohne Quark, dafür mit Gewürz.
Wenn du gerade zwei Eiweiß vom Plätzchenbacken übrig hast, sind die Quarkplätzchen eine gute Verwertung dafür. Ich backe sie aber nicht nur dann, sondern auch ganz gezielt. Weitere Ideen für übrig gebliebenes Eiweiß habe ich dir in den Plätzchen mit Eiweiß zusammengestellt und noch mehr Kekse ohne Zucker findest du in meiner Keks-Übersicht.


Die Zutaten und ihre Aufgabe
Der Magerquark ist der eigentliche Trick an diesem Rezept. Er bringt Feuchtigkeit in den Eischnee. Deshalb werden die Plätzchen innen nicht so trocken wie Baiser. Damit er sich überhaupt unterheben lässt, rühre ich ihn vorher mit 20 ml Sprudelwasser glatt. Ohne das Wasser ist er zu fest, um ihn sauber unterzuheben.
Das Erythrit mahle ich zusammen mit dem Xanthan zu Puder, bevor es in den Eischnee kommt. So löst es sich auf und du beißt hinterher nicht auf kleine Kristalle. Das Xanthan übernimmt hier zwei Aufgaben: Es stabilisiert den Eischnee, damit die Plätzchen beim Backen aufgehen statt zusammenzusinken und es verhindert, dass sich innen ein Hohlraum bildet. Bei nur einem Gramm lohnt sich eine grammgenaue Küchenwaage* oder ein Satz kleiner Messlöffel*. Was du zu Erythrit und Xanthan sonst noch wissen solltest, etwa zum Ersatz durch Xylit, steht gesammelt in meinem Zutaten-Guide.
Tipps zum Backen
Das Wichtigste ist der Eischnee. Schlage das Eiweiß erst sehr steif und gib dann die Puder-Mischung aus Erythrit und Xanthan schrittweise dazu. Anschließend rührst du mindestens 5 Minuten weiter. Ja, das kommt dir lang vor. Aber genau in dieser Zeit verbindet sich die Süße mit dem Eischnee und du schmeckst hinterher keine Knusper-Kristalle heraus. Zu lange schlagen kannst du hier nicht.
Den glatt gerührten Magerquark hebst du danach nur so lange unter, bis sich alles verbunden hat. Jede Umdrehung mehr kostet Luft, die du für die knackige Hülle brauchst.
Nach dem Backen kann es sein, dass die Plätzchen noch am Backpapier kleben. Zieh in dem Fall nicht daran. Lass sie einfach noch ein paar Minuten länger auf dem Gitter ruhen und probiere es dann noch einmal.


Variationen
Alle vier Abwandlungen habe ich selbst gebacken, denn bei einem Rezept, das ich so gern mache, probiere ich irgendwann alles durch. Mit dem Mark einer Vanilleschote oder etwas mehr Vanilleextrakt werden sie zur Vanille-Version. Mit einer Prise Zimt, Spekulatius- oder Lebkuchengewürz werden daraus kalorienarme Weihnachtsplätzchen ohne Zucker, so wie in meinen kalorienarmen Spekulatius Keksen. Ein Teelöffel Zitronenabrieb macht sie frisch. Das ist meine Variante für den Rest des Jahres. Und wenn du sie bunt möchtest, kannst du den Teig vor dem Aufspritzen mit zuckerfreier Lebensmittelfarbe einfärben, am besten auf Pulverbasis.
Aufbewahren
Damit die Plätzchen knackig bleiben, bewahre ich sie offen in einer Schale auf. In einer geschlossenen Dose werden sie eher weich. Offen gelagert bleiben sie etwa eine Woche knackig. Eingefroren habe ich sie noch nicht, ich vermute, dass sich die Konsistenz dabei stark verändert. Falls du es ausprobierst, schreib mir gern in die Kommentare, wie sie aus dem Gefrierschrank kommen.
Oft gestellte Fragen
Wie viele Kalorien haben die Plätzchen? Ein Plätzchen hat 5 kcal, 0,2 g Kohlenhydrate, 1 g Eiweiß und 0,1 g Fett.
Kann ich Vollfettquark statt Magerquark nehmen? Ja, das habe ich getestet und es funktioniert. Die Plätzchen bekommen dann nur etwas mehr Kalorien.
Kann ich das Xanthan ersetzen oder weglassen? Weglassen würde ich es nicht, dann fällt der Eischnee beim Backen zusammen und die Plätzchen bekommen innen einen Hohlraum. Guarkernmehl habe ich als Ersatz ausprobiert, es funktioniert, verändert die Struktur aber ein wenig.
Kann ich die Plätzchen einfrieren? Das habe ich selbst noch nicht getestet. Ich vermute, dass sich die Konsistenz durch das Einfrieren stark verändert.
📖 Rezept
Kalorienarme Plätzchen mit Quark - nur 5 kcal pro Stück

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Zutaten
- 100 g Magerquark
- 2 Eiweiß
- 50 g Erythrit*, zu Puder gemahlen
- 20 ml Sprudelwasser
- 1 g Xanthan*
- Vanilleextrakt*, nach Belieben
Zubereitung
Back- Kochmodus starten- Erythrit und Xanthan zusammen in einem Mixer zu feinem Puder mahlen und beiseitestellen.
- Magerquark mit dem Sprudelwasser und nach Belieben Vanilleextrakt zu einer glatten Masse verrühren. Den Ofen auf 120 Grad Umluft oder 140 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die beiden Eiweiß sehr steif schlagen. Dann die Erythrit-Xanthan-Mischung löffelweise einrieseln lassen und mindestens 5 Minuten weiterschlagen, bis keine Kristalle mehr zu spüren sind.
- Die Quarkmasse vorsichtig unter den Eischnee heben, nur so lange, bis alles verbunden ist.
- Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und 16 Tupfen auf ein mit Backpapier belegtes Backgitter spritzen.
- 40 bis 45 Minuten backen. Danach mindestens 30 Minuten auf dem Gitter abkühlen lassen, erst dann vom Backpapier lösen.
Nährwerte (ca.)
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Inge kibat meint
Hallo Katrin, sehr lecker .....kann man deine kekse auch einfrieren. LG Inge
Katrin Staupendahl meint
Liebe Inge,
ich habe es selbst bei diesen Plätzchen noch nicht ausprobieren, aber ich denke, dass sich die Konsistenz durch das Einfrieren doch sehr stark verändern wird. Berichte gerne mal, wenn du es ausprobieren solltest.
Viele Grüße
Katrin
Sandra Reßler meint
Sehr lecker, erinnern mich an HC Cantuccini. Liebe Grüße!
Katrin Staupendahl meint
Vielen Dank 🙂
Flora meint
Hallo Katrin,
ich kaufe nie die "Magerversion" von Milchprodukten... denkst Du, es funktioniert auch mit Vollfettquark? (Danke für Deine tollen Rezepte!!!)
Gruß
Flora
Katrin Staupendahl meint
Hallo Flora,
ja, das sollte kein Problem sein.
Liebe Grüße
Katrin